Akademie-Community-Cup - Buch der Weisen

Ein rauer Wind fegt über die tosende See. Wellen, aufgepeitscht zu kräftigen Riesen, schlagen mit voller Wucht gegen die starren Felsen der steinigen Küste. Doch die Kraft des Wassers mag dem Gestein nicht gleich kommen. Angriffswelle um Angriffswelle tobt der Kampf, doch immer wieder müssen die Wasserriesen gedemütigt weichen und zurückfließen in das weite Meer, um Kraft zu sammeln für den nächsten Angriff in diesem ungleichen Kampf.

Allein der Wind, von diesen Wellen getragen, überwindet fast spielerisch die Felsklippen und strömt voller ungebändigter Energie in das Landesinnere. Nichts Atmendes ist auf dem brach liegenden Land zu entdecken, alles scheint Schutz in den Wäldern gesucht zu haben. Doch auch diese rauschen düster, sind längst nicht mehr dicht genug um dem rauen Wind standzuhalten. Zu viele Schlachten sind in diesen Wäldern geschlagen worden, unnütze Kämpfe die zahlreiche Narben hinterlassen haben. Narben, durch die der Sturm jetzt fast schon klagend pfeift, auf der Suche nach einem Gegner der ihm gewachsen ist.

Doch dieser zeichnet sich bereits ab am Horizont. Mit der Schnelligkeit des Windes wird es in wenigen Augenblicken sichtbar. Ein mächtiges Gebirgsmassiv erwartet den Sturm und zehrt an dessen Kraft. Nun gleicht das Heulen des Windes um die endlosen stetig ansteigenden und mächtiger werdenden Felsen einem wütenden Klagegeschrei. Doch dies wird immer leiser, je höher der Wind sich kämpft. Auch er hat so seinen Meister gefunden. Seine Kraft reicht schließlich nur noch, um den Bart eines ergrauten, kleinen alten Mannes zu durchwirbeln, welcher vor sich hin murmelnd hoch oben auf einem Felsenplateau steht.

Durin blickt hinunter auf Azeroth, einst ein blühendes Königreich voller Leben. Kinderlachen, Bauern bestellten ihre Felder und Fischer sangen ihre Lieder auf dem weiten Meer. Oft war er hinunter gegangen, hatte in den Städten und Dörfern die Bewohner unterwiesen, mit ihnen gelacht und mit ihnen gefeiert. Aber auch damals stand er dann oft hier oben, den Blick weit in die Ferne gerichtet und die Entwicklungen der Zeit kommen sehend.

Azeroth sollte zerbrechen und verstummen - nicht anders kam es. Alles zu diesem, für die Bewohner Azeroths so traurigen Kapitel, hat Durin gewissenhaft niedergeschrieben. Scheinbar endlose Schriftrollen füllen seine riesige aber wohlgeordnete Bibliothek, aufbewahrt für einen weisen neuen Herrscher. Dieser wird einst erscheinen und Azeroth wieder vereinen, so steht es geschrieben im Buch der Prophezeiungen. Schon damals erzählte Durin oft davon.

Doch zunächst sollten in den Jahren nach dem Zerfall des Vereinten Königreiches noch rivalisierende Clans durch die Ländereien ziehen. Und auch diese sah Durin kommen und gehen. Sie nahmen, was noch übrig war und zerfielen doch letztendlich genauso wie das Land um sie herum. Jahrzehnte sind seitdem vergangen. Wenige haben in diesen blutgetränkten und zerstörten Landstrichen überlebt. Nur hier und da haben sich einzelne Farmer niedergelassen.

Nun steht der ehrwürdige Magier der Zwerge wieder auf dieser Aussichtplattform, seine Barthaare vom Wind verweht. Es ist kalt und spät geworden. Zum Himmel blickend, überprüft er noch einmal mit geübtem Auge die Stellung der Sterne - ja, die Zeit der Prophezeiung ist angebrochen. Und so sieht er bereits, wie sich überall in Azeroth vereinzelt die Farmer von ihren Lagerfeuern erheben. Hier und da richten Sie sich auf und blicken in den Himmel, ihre Haare umhergewirbelt von einem rauen Wind ...

(eine Fortsetzung dieses Buches mit allen Regeln zum Spiel findest Du im ACC-Forum)

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